Medienmitteilung «Zu Besuch in Lütisburg: Hangrutsch, frühe Förderung und PFAS im Fokus»

Beim traditionellen «Kantonsröt bi dä Lüt» der FDP Toggenburg in Lütisburg gaben FDP-Gemeindepräsidentin Katharina Meier sowie Kantonsratspräsidentin Andrea Abderhalden und Kantonsrat Ruben Schuler Einblicke in kommunale Herausforderungen und das kantonale Politgeschehen. Neben Hangrutsch und Brückensperrungen in Lütisburg standen die Beratungen der Herbstsession 2026 im Mittelpunkt – allen voran die Kritik am überladenen Paket zur frühen Förderung, die PFAS-Problematik und das geforderte Asylmodell nach dänischem Vorbild.

Lütisburg. Kürzlich hatte die FDP Toggenburg zum Anlass «Kantonsröt bi dä Lüt» nach Lütisburg geladen. Der traditionelle Anlass bietet der Bevölkerung die Möglichkeit, aus erster Hand mehr über das aktuelle St.Galler Politgeschehen und lokale Themen zu erfahren. FDP-Gemeindepräsidentin Katharina Meier konnte dabei den gut 50 erschienenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die aktuellen Herausforderungen der Gemeinde Lütisburg näherbringen. Im Zentrum ihres – bei Regen und im Gelände gehaltenen – Referats standen der lokale Hangrutsch sowie die anstehenden Sanierungsprojekte der Letzibrücke und der Mühlaubrücke, welche sie den Anwesenden anschaulich zu erläutern vermochte.

Anschliessend blickten Kantonsratspräsidentin Andrea Abderhalden und Kantonsrat Ruben Schuler auf die vergangene Herbstsession des Kantonsrats zurück. Andrea Abderhalden thematisierte dabei vertieft das Geschäft zur frühen Förderung. Die FDP-Fraktion lehnte das überladene Massnahmenpaket als einzige Fraktion ab, da dieses eine flächendeckende Spracherfassung aller zweijährigen Kinder vorsieht. Aus Sicht der FDP-Fraktion schiesst der Kanton «mit Kanonen auf Spatzen». Stattdessen sei, so die FDP-Fraktion, eine zielgerichtete Lösung notwendig, wie sie in einzelnen Gemeinden bereits erfolgreich praktiziert wird. Die Freisinnigen sehen die primäre Erziehungsverantwortung bei den Eltern und lehnen staatliche Fehlanreize sowie einen ausufernden Sozialstaat ab.

Kantonsrat Ruben Schuler widmete sich in seinen Ausführungen zunächst der PFAS-Thematik. Schuler übte scharfe Kritik am vorschnellen Vorgehen des Amtes für Umwelt, welches ohne einschlägige gesetzliche Grundlage und ohne bundesrechtliche Bodenhöchstwerte flächendeckende Beprobungen auf Grundstücken durchführt sowie Brandereignis- und Löschübungsplätze bis ins Jahr 1965 zurück erhebt. Für betroffene Grundeigentümer, Unternehmen und Landwirte führe dies zu erheblichen Rechtsunsicherheiten, Wertverlusten und drohenden Sanierungspflichten. Aus Sicht der FDP seien die flächendeckenden Beprobungen bis zum Vorliegen gesetzlicher Grundlagen einzustellen. Im Weiteren, so Schuler, gelte es den Vollzug der Weisungen zu PFAS-Höchstgehalten in Lebensmitteln auszusetzen, bis die gesetzlichen Grundlagen sowie die Unterstützungs- und Härtefallmassnahmen des Bundes in Kraft seien. Andernfalls würden ohne Not Existenzen gefährdet. Ein weiteres zentrales Anliegen Schulers war die Asylpolitik: Die FDP-Fraktion fordert über ein Standesbegehren ein Asylmodell nach dänischem Vorbild. Schutz soll künftig nur noch auf Zeit gewährt werden, damit Missbrauch unattraktiv wird und Personen nach der Stabilisierung der Lage im Herkunftsland konsequent zurückkehren.

Nach den informativen Vorträgen ging der Anlass in den traditionellen Apéro über. Die rund 50 Anwesenden nutzten die Gelegenheit, um sich persönlich mit Katharina Meier, Andrea Abderhalden und Ruben Schuler auszutauschen und die diskutierten politischen Themen in geselliger Runde zu vertiefen.

Bildunterschrift: Kantonsratspräsidentin Andrea Abderhalden und Kantonsrat Ruben Schuler anlässlich der Herbstsession des Kantonsrats